Fastentuch – Kreuzverhüllung – Ostertuch

  

Das Ostertuch im Kleinen Michel

 

Was in den vergangenen Wochen gewachsen ist, bleibt sichtbar – und hat sich zugleich verwandelt. 
Das Hungertuch der Fastenzeit (s. Text und Bilder weiter unten) ist nun ein Ostertuch. Goldene Flächen durchziehen das Tuch hinter dem Kreuz. Je nach Lichteinfall beginnen sie zu leuchten – mal zart reflektierend, mal scheinen sie aus sich selbst heraus zu strahlen. Besonders in der Nähe des Kreuzes verdichtet sich dieses Leuchten.

Mit dem Osterfest hat sich dieses Tuch noch einmal verändert. Es hängt nun nicht mehr verhüllend vor dem Kreuz, sondern dahinter. Das Kreuz ist wieder sichtbar geworden – als Zeichen der Auferstehung, als Zeichen dafür, dass das Leben stärker ist als der Tod. Ein Teil der gewebten Stoffquadrate wurden vergoldet. Das Licht in der Kirche fängt sich in den goldenen Flächen und verändert die Stimmung im Altarraum. Das Gold legt sich nicht über das Leid, es löscht die Spuren nicht aus. Aber es verwandelt den Blick darauf. Das Licht der Osternacht macht Dunkelheiten nicht ungeschehen – aber durchdringt sie.
So erzählt das Ostertuch von Ostern: Von einem Gott, der sich in das Leben der Menschen hineinweben lässt – bis in die tiefsten Erfahrungen von Leid und Tod. Und von einem Gott, der dieses Leben verwandelt – der irdische Tod hat nicht das letzte Wort.
 
Die goldenen Flächen sind wie ein Versprechen:
Dass kein Gebet verloren ist.
Dass keine Träne übersehen wird.
Dass das Leben neu aufleuchten kann – selbst dort, wo wir es nicht mehr erwarten.
Dass kein Leben aus Gottes Hand fällt.
Das Kreuz hängt vor diesem Gewebe – und mit ihm die Zusage: Gott ist mitten in unserem Leben.
 
(Text: F. Loudwin SJ)
 
Das Ostertuch im Kleinen Michel – Osternacht 2026
 
Das Hungertuch der Fastenzeit ist nun ein Ostertuch. Goldene Flächen durchziehen das Tuch hinter dem Kreuz.
 
Das Hungertuch der Fastenzeit ist nun ein Ostertuch. Goldene Flächen durchziehen das Tuch hinter dem Kreuz. Je nach Lichteinfall beginnen sie zu leuchten – mal zart reflektierend, mal scheinen sie aus sich selbst heraus zu strahlend. Besonders in der Nähe des Kreuzes verdichtet sich dieses Leuchten.

Das Hungertuch der Fastenzeit ist nun ein Ostertuch. Goldene Flächen durchziehen das Tuch hinter dem Kreuz. Je nach Lichteinfall beginnen sie zu leuchten – mal zart reflektierend, mal scheinen sie aus sich selbst heraus zu strahlend. Besonders in der Nähe des Kreuzes verdichtet sich dieses Leuchten. 

 


Das Hungertuch im Kleinen Michel zur Fastenzeit 2026

 

Im Altarraum des Kleinen Michel entsteht ein Hungertuch, das im Laufe der Fastenzeit zur Kreuzverhüllung wird. 

Die Basis bilden vier Leintücher aus Krankenhäusern. Auf ihnen lagen einmal Menschen. Sie alle wurden gepflegt, viele wurden geheilt, manche starben. In und an den Kranken- und Sterbebetten wurde gehofft und gebangt, gelacht und geweint. Es wurde gesprochen und geschwiegen, gebetet und verziehen. 

Zwei der Leintücher wurden in Längstreifen gerissen und aneinander-genäht. Auf sie wurde die Heilsbotschaft der Fastenzeit geschrieben – sämtliche Lesungstexte von Aschermittwoch, über die fünf Fastensonn-tage bis zu Palmsonntag…

Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider. Joel 2
Bindet ihm die Binden ab und lasst ihn gehen! Johannes 11
Der Vorhang riss entzwei. Mt 27

Die beiden anderen Leintücher wurden in Querstreifen gerissen. Sie liegen an den Wochenenden wie ein Fürbittenbuch im hinteren Bereich der Kirche aus oder gehen zurück in die Krankenhäuser bzw. an andere Orte des Hoffens und des Bangens. Menschen sind eingeladen Namen auf ihnen zu notieren, Bitten zu formulieren oder Gebete zu schreiben.

Über die 40 Tage der Fastenzeit werden die Querstreifen in die Längs-streifen nach und nach hineingewoben. Auf diese Weise verwebt sich die Lebens- und Leidensgeschichte Jesu mit der von uns Menschen.
Wir nehmen Tuchfühlung auf und lassen uns zusprechen: 

Durch seine Wunden sind wir geheilt. Jes 53

Stück für Stück webt sich so das Hungertuch und wird emporgezogen – bis es dann das Kreuz verhüllt. Jedoch das Tuch verbirgt nicht – es erzählt. Von einem Gott, der sich in unser Leiden hineinwebt und von Menschen, deren Geschichten in ihm aufgehoben sind.

 

Dokumentation zur Kreuzverhüllung am Kleinen Michel in der Fastenzeit 2026

Dokumentation zur Kreuzverhüllung am Kleinen Michel in der Fastenzeit 2026

Dokumentation zur Kreuzverhüllung am Kleinen Michel in der Fastenzeit 2026

Dokumentation zur Kreuzverhüllung am Kleinen Michel in der Fastenzeit 2026

Dokumentation zur Kreuzverhüllung am Kleinen Michel in der Fastenzeit 2026

Dokumentation zur Kreuzverhüllung am Kleinen Michel in der Fastenzeit 2026

Dokumentation zur Kreuzverhüllung am Kleinen Michel in der Fastenzeit 2026

Dokumentation zur Kreuzverhüllung am Kleinen Michel in der Fastenzeit 2026

 

Fastentuch und Kreuzverhüllung, Kunstaktion – Passionssonntag 2026 – Kleiner Michel

Fastentuch und Kreuzverhüllung, Kunstaktion – Passionssonntag 2026 – Kleiner Michel

 (Text: P. Görtz SJ; Fotos: P. Görtz SJ, K. Hemke, T. Boese, F. Loudwin SJ)