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Aktuelles vom Kleinen Michel

Pilgerweg mit Gästen von der Katholischen Jugend Brüssel (12. Juli 2016)
in der russischen KircheJetzt fährt also doch eine Gruppe vom Kleinen Michel zum Weltjugendtag nach Krakau. Bislang hatten wir immer das Gegenteil behauptet. Aber nach dieser coolen Aktion heute können wir die fünfzig jungen Erwachsenen einfach dazu zählen. Sie kommen aus Brüssel und Umgebung und sind auf dem Weg nach Krakau. Heute nachmittag haben sie mit einem Dreier-Team vom Kleinen Michel einen Pilgerweg, achteinhalb Kilometer zu sieben Kirchen gemacht:
mit Bischöfin Fehrsvon der Freien-Evangelischen nebenan, über die russisch-orthodoxe, zur katholischen auf der Großen Freiheit und der lutherischen St. Pauli-Kirche, der norwegischen Seemannskirche, der lutherischen Pilgerkirche St. Jakobi uns zurück zum Kleinen Michel.
Auf dem KirchplatzÜberall wurden wir freundlich empfangen, haben uns die Pastoren oder Vertreter der Gemeinde ihr Segensgebet mit auf den Weg gegeben. In St. Jakobi hatte es sich Bischöfin Kirsten Fehrs nicht nehmen lassen, die Gruppe persönlich zu begrüßen. Vor allem diese herzliche ökumenische Gastfreundschaft wird den Brüsselern in Erinnerung bleiben. Im Kleinen Michel haben sie zusammen mit dem Pfarrgemeinderat das abschließende Taizé-Gebet gehalten und dann bis in den späten Abend den Kirchplatz mit dem Duft von Grillgut und guter Laune bevölkert.
Ein wenig haperte die Kommunikation, da viele der Belgier kaum Englisch konnten. Aber die Lieder und die Stimmung hat uns doch zusammen gebracht.

Segensfeier auf Bühne 3 (10. Juli 2016)
Segensfeier zur Einweihung des Lohseparks HafenCityMit einer Segensfeier haben sich die Christlichen Kirchen vom Ökumenischen Forum an der Einweihung des Lohseparks unweit von unserem Haus in der HafenCity beteiligt. Die geistliche Leiterin des Ökumenischen Forums, Pn. Corinna Schmidt stand der Feier vor, zusammen Pn. Maren Trautmann von Katharinen (die auch die Predigt gehalten hat) und P. Martin Löwenstein vom Kleinen Michel. Nicht zuletzt dank einer starken musikalischen Gestaltung war es tatsächlich gelungen, inmitten des Trubels eines Parkfestes mit denen, die als Freunde des Forums gekommen waren, für eine dreiviertel Stunde etwas von dem spürbar werden zu lassen, was uns im Glauben Freude macht und trägt. Dabei wurden auch die ernsten Themen - allen voran die Gedenkstätte des Hannoverschen Bahnhofes - nicht ausgelassen.

Martina Severin-Kaiser gestorben (9. Juli 2016)

Gedenken Martina Severin-KaiserGestern starb völlig überraschend im Alter von 57 Jahren Martina Severin-Kaiser, Hauptpastorin von St. Petri. Viele Jahre war sie Ökumene-Referentin der Nordkirche und Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Hamburg.

 

Sie hat unzähligen Christen aus den großen und den kleinen Kirchen die Erfahrung geschenkt, dass wir in lebendiger Gemeinschaft zusammen gehören, und dass diese Erfahrung der Ökumene ein wertvolles Geschenk Gottes an die gespaltene Christenheit ist.  "Ich verdanke ihr, seit ich in Hamburg bin, die Freude an der Gemeinschaft der christlichen Kirchen, wie ich sie nie zuvor erlebt hatte.", sagte Pater Löwenstein, der fünf Jahre als Vorsitzender der  ACK Hamburg mit ihr zusammen gearbeitet hat. Sie hat vor allem Christinnen und Christen, die in Hamburg zugewandert waren, aus orthodoxe, altorientalischen und vielen afrikanischen Kirchen, aber auch vielen katholischen Christen - viele auch vom Kleinen Michel - einen Platz in der lebendigen Gemeinschaft des Gebetes der einen Kirche geschaffen.

Gütiger Gott, in Dankbarkeit vertrauen wir unsere Schwester Martina deiner Barmherzigkeit an. Schenke ihr die Fülle des Lebens und uns, die wir um sie trauern, Trost und Zuversicht.

Abi-Feier der Sankt Ansgarschule - doppelter Dank (7. Juli 2016)
Abifeier SASZum ersten Mal fand dieses Jahr im Kleinen Michel nicht nur der Gottesdienst zur Abiturfeier der Sank-Ansgar-Schule statt. Auch der Festakt mit der Verleihung der Abitur-Urkunden wurde im Kirchenraum gefeiert.
Der Anlass mag ein organisatorischer gewesen sein. Es hat sich aber gezeigt, dass dieses Zusammentreffen an einem Ort auch inhaltlich stimmig ist. Einerseits wurde der unterschiedliche Charakter der beiden Veranstaltungen deutlich: Das eine ein feierlicher Gottesdienst, den P. Björn Mrosko am Altar gefeiert hat. Unter der Überschrift "Die Große Freiheit" war es ein Dankgottedienst - Dank an Gott, der den Menschen die Freiheit gibt, das Leben, bei allen Bedingtheiten, doch selbst zu gestalten und Entscheidungen über die eigene Zukunft zu treffen. Die Berufung der Jünger, von der das Lukasevangelium im 5. Kapitel berichtet, war dazu ein guter biblischer Beitrag.
Dann aber hat der Schulleiter, Johannes Wulf, dieses Thema aufgenommen und in seiner Ansprache fortgeführt. Für diesen zweiten Teil der Feier wurde diskret umgebaut. Ein Podest vor dem Altarraum setzte den "weltlichen" Teil von der Eucharistie ab. Zugleich aber wurde erfahrbar: Das ist die Abifeier einer katholischen Schule, die zu ihrem Fundament im christlichen Glauben stehen möchte.

Sommerfest unter wechselhaftem Himmel (3. Juli 2016)

"Alle Jahre wieder", das Sommerfest des Kleinen Michel. So begann Pater Simon Boiser SVD, Pfarrer der Philippinischen Gemeinde am Kleinen Michel, seine Predigt im Festgottesdienst der Gemeinden. Wobei er darauf hinwies, dass der Hamburger Sommer sich treu bleibe: "mal Sonne, mal Regen dazwischen." Aber, so P. Boiser weiter: "Wir feiern nicht wegen Friede, Freude und Eierkuchen", zumal die kulinarischen Köstlichkeiten nach der Messe weitaus reichhaltiger seien. Wir feiern vor allem, weil wir es als Geschenk empfinden, von Gott in dieser vielfältigen Gemeinschaft von Kulturen und Sprachen zusammen gerufen und gesandt worden zu sein, "Gabe und Aufgabe", "Geschenk und Auftrag" (nebenstehend die Predigt bei YouTube, hier als pdf).
Sommerfest 2016Sommerfest 2016Es war gut, daran erinnert zu werden, dass das Zusammenleben trotz - oder als Katholiken ausdrücklich sogar wegen - der Verschiedenheit so wenig selbstverständlich ist, wie der Sonnenschein am Himmel über Hamburg. Das gilt zumal in Zeiten, in der Gewalt als Antwort auf Verschiedenheit "in manchen Ecken als salonfähig gemacht wurde". Die Antwort ist nicht verkrampft, sondern zusammen dieses Fest zu feiern, einander zu begegnen und Neues zu entdecken.
Für Haus Betlehem der Schwestern von Mutter Teresa wurde ein Erlös von 953,04 €  erzielt.

Der Neunte Salon Kleiner Michel - ein Sommerprogramm (30. Juni 2016)

9. Salon Kleiner MichelDas Programm des 9. Salon hatte eine wohltuende Geschlossenheit: Die so ganz verschiedenen Beiträge aus Tanz, Musik und Theater fügten sich erstaunlich zu dem Eindruck, dass hier zentrale Fragen berührt werden. Die Überschrift "Explosiv" hat diese Perspektiven eröffnet, denn als explosiv erweist sich gegenwärtig so manche Konstellation. Das Thema wurde inhaltlich vor allem durch die Szene aus Georg Kaisers "Gas I" ausgedeutet, das im Original von 1918 stammt. Aber das Konzept des Salon bewährte sich auch dieses Mal, dass durch eine solche Vorgabe auch die anderen Beiträgen eine nicht absehbare Ausrichtung bekommen. Vielleicht auch deswegen war das anschließende Salongespräch intensiv wie selten.

Erstmals ein Konzert im neuen Saal des Kleinen Michel (27. Juni 2016)    
Auch der hier schreibende Laie ahnt, dass dieses faszinierende Konzert für die vier Musikerinnen eine nicht ganz kleine Herausforderung war. Carola Schaal (Klarinette), Hibiki Oshima (Violine),
KonzertSonja Lena Schmid (Cello) und Anne-Monika von Twardowski (Klavier) hatten sich zusammen getan, um dieses ganz besondere Stück aufzuführen: Olivier Messiaens: Quatuor pour la Fin du Temps. Dabei zeigte sich der neu gestaltete Saal des Kleinen Michel atmosphärisch und akustisch als hervorragend für diese Art Kammermusik geeignet.
VortragDie vier Künstlerinnen haben diesen Abend als Benefizveranstaltung im Hinblick auf das entstehende "Mendelssohn-Friedens-Projekt" gestiftet. Das Projekt soll parallel mit dem Aufbau der neunen Orgel des Kleinen Michel deren Auftrag, sich für Frieden, Gerechtigkeit und Toleranz zu engagieren, in vielfältigen Veranstaltungen umsetzen. Passend dazu hat der evangelisch-methodistische Theologe Stephan von Twardowski dem Konzert einen tief schürfenden Vortrag über die Theologie Dietrich Bonhoeffers voran gestellt.

Fastenbrechen im Ramadan (25. Juni 2016)
FastenbrechenMit einer kleinen Delegation vom Kleinen Michel waren wir der Einladung gefolgt, am Fastenbrechen in der Al Nour Moschee in St. Georg teilzunehmen. Auch Hauptpastorin Kleist von St. Jacobi war zugegen. In einem Grußwort wies Pater Löwenstein darauf hin, dass die Al Nour-Gemeinde und der Kleinen Michel gemeinsam hätten, dass sie durch Menschen aus vielen Sprachen und Nationen geprägt seien, die ihre Heimat verlassen mussten; die Gemeinden und die religiösen Formen und Traditionen helfen, in der neuen Heimat anzukommen, und doch mit den Menschen, die man zurück lassen musste, verbunden zu bleiben.

West-Östlicher Divan im Kleinen Michel (24. Juni 2016)
Divan Als die junge Syrerin in sehr gutem Deutsch laut in den Raum hinein frug "Ihr Deutschen, was bedeutet euch Heimat?", da konnte man die Frage im Raum körperlich spüren. Wie sie davon sprach, welche Sehnsucht sie nach Syrien hat, das sie aus Angst verlassen musste, da erreichte dieser Abend einen Höhepunkt.

Von ungeheurer Wucht waren die Lieder, die die jungen Leute aus Iran, Afghanistan und Syrien geschrieben und vertont haben, zusammen mit Gedichten von Hafis und Goethe und Beiträgen der Schüler des Niels-Stensen-Gymnasiums Harburg. 

Ein Auszug aus einem Lied, geschrieben und mit klarer Stimme gesungen von Asef Salehi in Paschtu (oder war es Persisch?):

 

Gott du hast mich zum Flüchtling gemacht
Du hast mich von meiner alten Mutter getrennt
Ich bin eine Sommerblume mit tausend Blättern
Ich bin von Kabul geflüchtet, mein Freund
Ich bin von Kabul um mein süßes Leben geflüchtet
Nun bin ich heimatlos in Deutschland
Gott es ist so schwer heimatlos zu sein.


Auf Youtube ein Trailer und das vollständige Konzert:

Ein Bus vom Kleinen Michel zur Mini-Wallfahrt nach Paderborn (17.-19. Juni 2016)

Das Wetter war eine Herausforderung. Die gute Laune hat gesiegt. Mit knapp fünfzig Jugendlichen und den erwachsenen Begleitern waren wir vom Kleinen Michel eine der großen Gruppen, die an der Nordwestdeutschen Ministranten-Wallfahrt in Paderborn teilgenommen hat.
Wallfahrt

Während die Teilnehmer aus den anderen Bistümern nur zur Wallfahrt am Samstag angereist waren, galt die Einladung an die Jugendlichen aus dem Erzbistum Hamburg für das ganze Wochenende. Für die Minis aus den Gemeinden vom Kleinen Michel (die deutsche 11.30 Uhr-Gemeinde und die Philippinische Gemeinde) war das zugleich unsere jährliche Exkursion. Geplant war die Unterbringung in Zelten; Dauerregen hatte aber den Platz so durchweicht, dass dankbar die große Turnhalle mit Isomatten und Schlafsäcken ausgelegt wurde. Am Samstag ging es noch ganz fröhlich (und wahrscheinlich ein bisschen zu wenig andächtig) los auf die sechs Kilometer von einer Kapelle am Stadtrand in die Stadtmitte von Paderborn.
Dann aber setzte Regen ein, wurde immer heftiger und am Schluss schüttete es nur noch. Von der Gebetsfeier auf dem großen Platz, wo in Paderborn tausende Ministranten zusammen kommen sollten, haben wir nicht mehr viel mitbekommen. Statt dessen haben wir mit viel Glück ein Klassenzimmer in der Schule in Beschlag nehmen können, wo das Mittagessenausgegeben wurde. Mit der Temperatur im Zimmer und der Füllung der Mägen stieg dann auch die Stimmung wieder, die bei einigen bedenklich abgesunken war. Und als am Nachmittag die Sonne und der Wind die dunklen Wolken vertrieben hatten, blieb zwar ein wenig Erschöpfung, aber waren alle wieder guter Dinge. Beim großen Abschlussgottedienst auf der Wiese zog der Erzbischof von Paderborn in einer großen Geste den Hut (resp. die Bischofsmütze) vor all den Jugendlichen, die diesen Tag und die Wetterkapriolen durchgestanden und dann so viel Freude verbreitet haben.
Da einige der Familien sich den vollen Teilnahmebeitrag von 40,00 Euro nicht leisten konnten, sind wir sehr dankbar, dass die Kollekte für den Zweck am selben Sonntag 470,19€ erbracht hat!

Motorradgottesdienst mit ökumenischer Note (12. Juni 2016)

MoGo Gedebkstation auf dem Platz vor dem Kleinen MichelEs war ein erster Versuch, noch nicht so der volle Erfolg. Aber die Richtung stimmt und es lohnt sich weiter zu machen. Der Motorradgottesdienst im Großen Michel, der auf die große Ost-West-Straße übertragen wird, hatte dieses Jahr unter ständigem Schmuddelwetter zu leiden. Zugleich mussten Ehrenamtliche - mit großer Begeisterung und Engagement - auffangen, dass die Veranstaltung nicht mehr mit riesigen Zuschüssen rechnen konnte und daher kein Sekretariat mehr hatte, das ein Jahr lang nichts macht als MoGo vorbereiten.
Aber all das wurde genutzt, um sich auf die Ursprünge zu besinnen - das, was der MoGo eigentlich immer sein sollte. Gottesdienst und Fest, Begegnung und Gemeinschaft. Und das war erlebbar!
MoGo Gedebkstation auf dem Platz vor dem Kleinen MichelDer Kleine Michel war zum ersten Mal dabei. Mit einem Team hatten wir auf dem Kirchhof eine kleine Gedenkstätte vorbereitet, wo der verunglückten Motorradfahrer gedacht werden kann. Vor dem großen Kreuz konnte man einen mit einem Namen beschrifteten Stein niederlegen. Viele haben den Weg hier her nicht gefunden, aber die da waren haben die Gelegenheit dankbar angenommen.
Für das kommende Jahr überlegen wir, diese Station doch gut sichtbar zentral vor der Kirche zu machen und auch die Akustik vom MoGo im Michel sollte wohl direkt auch auf den Platz übertragen werden, um hier mit zu erleben, was im Gottesdienst gerade geschieht.

Jetzt ist es Tradition: Herz Jesu Prozession (3. Juni 2016)

Im dritten Jahr ist nun die Herz-Jesu-Prozession im Kleinen Michel zur festen Tradition geworden: Alle sind eingeladen, ihre Bilder oder Figuren mitzubringen, zum gemeinsamen Segen und zur Prozession. Und jedes Jahr werden es mehr, dieses Jahr haben knapp einhundert Mitfeierende gut vierzig Bilder, große und kleine, ganz große und ganz kleine, zusammen getragen um großen Segen verbunden mit dem Herz-Jesu-Bild aus dem Kleinen Michel. Erstmalig war die Catholic Women's League an diesem für sie besonderen Festtag mit dabei. Die Predigt gibt es wie immer auf Youtube.

Eine russisch-deutsche Vesper (31. Mai 2016)

AK Kirchen in Europa des Petersburger DialogesSeit 2001 gibt es den "Petersburger Dialog" als russisch-deutsches Diskussionsforum nicht der Staaten, sondern der Zivilgesellschaften. Die Arbeitsgruppe „Kirchen in Europa“ hat sich für drei Tage in der Katholischen Akademie in Hamburg getroffen und am Abschiedsabend im Kleinen Michel eine Vesper mit Weihbischof Dr. Jaschke gefeiert. Die gut zwanzig Teilnehmer waren um den Altar versammelt und durften in einer kleinen, die Kulturen und christlichen Konfessionen verbindenden Feier erleben, was in der Lesung aus dem Ersten Johannesbrief beschrieben wird "Seht, wie groß die Liebe ist, die der Vater uns geschenkt hat: Wir heißen Kinder Gottes und wir sind es."
Der Zufall wollte es, dass das Treffen genau 202 Jahre nach dem Tag stattfand, an dem Hamburg durch russische Truppen vom Joch der französischen Besatzung befreit worden war - und die Vesper im Kleinen Michel gefeiert wurde, die wie keine andere für die Versöhnung von Frankreich und Hamburg nach den Schrecken der Kriege steht.

Der Himmel lacht (29. Mai 2016)

Fest Santa Cruzan am Kleinen MichelAm letzten Sonntag im Mai ist auch in Hamburg wieder das große Fest der Philippinischen Katholiken, an dem der Auffindung des Kreuzes gedacht wird. Es war viel vorbereitet worden, prachtvolle Girlanden und bunte Tücher und anmutige Pavillons. Kaum aber waren diese am Sonntag früh aufgebaut, sah man darunter nur noch betröppelte Gesichter: Denn ein nicht enden wollender Regen trübte die Aussichten auf das Fest, zu dem eine feierliche Prozession mit lauter Trommelbegleitung dazu gehört. Nieselregen wollte dazu nicht passen. Das hat auch der Himmel eingesehen. Während des Gottesdienstes klarte es auf und während des ganzen Festes und der Prozession strahlte die Sonne vom blauen Himmel.

Parlament des Pastoralen Raumes Hamburg City  (24. Mai 2016)

Auftakt Gemeinsamer Ausschuss"Gemeinsamer Ausschuss" heißt die Versammlung, die so etwas wie das entscheidende Plenum für den neu entstehenden Pastoralen Raum ist. Hier sollen abschließend die Entscheidungen gefällt werden, die zu der neuen Struktur der Katholischen Kirche in der Hamburger inneren City führen. Die erste Sitzung fand im Saal des Kleinen Michel statt, und über sechzig der Mitglieder aus den vier Pfarrgemeinden, den muttersprachlichen Gemeinden und den kirchlichen Institutionen waren gekommen. In der ersten Stunde haben die Anwesenden den Ausführungen von Pfarrer Mies und den Moderatoren mit Interesse und ebenso viel Geduld gelauscht. Etwas Erschrecken war, als die Möglichkeit erwähnt wurde, dieses Sitzungsgremium müsse sich vielleicht nicht nur zwei, sondern vier Mal im Jahr treffen. Denn es kommt ja neben diesem Plenum die kreative Arbeit hinzu, wo die Ideen wachsen, die in einem so großen Kreis bestenfalls nur wahrgenommen werden können.

Wir sind wir - und keiner hat es gewusst (18. Mai 2016)
Am Ende des Abends gab es keinen, wirklich absolut keinen, der nicht von sich sagen musste, er habe etwas gelernt, was er (oder sie) bislang noch nicht gewusst hat. Nachdem sich alle Gruppen, Initiativen und Gemeinden vorgestellt hatten, waren 90 Minuten vergangen, ohne dass es langweilig wurde. Von den gut 120 Gästen waren etwa die Hälfte aus den anderen Gemeinden im künftigen Pastoralen Raum Hamburg-City gekommen, der Rest kam aus den Gemeinden und Gruppen vom Kleinen Michel, denn es war auch für uns eine einmalige Gelegenheit, etwas über den eigenen Standort zu erfahren. Ein einfacher Video-Mitschnitt des Abends zum Nach-Hören, aber schon allein die 30 Power-Point-Folien (als pdf zum Download) geben einen Eindruck von der Vielfalt - zu der bewusst auch Einrichtungen im Umfeld oder mit Beziehung zum Kleinen Michel gerechnet wurden, wie etwa das Ökumenische Forum HafenCity.

Der entstehende Pastorale Raum war bei all dem immer im Blick. Denn dieser soll ja nicht nur die vorhandenen Standorte stärken, sondern auch aus der neuen, größeren Gemeinschaft Anregungen und zusätzlichen Schub gewinnen. Die Jugendarbeit könnte so etwas sein, aber auch die caritative Arbeit, die am Kleinen Michel deutlich zu kurz kommt. Ein junger auswärtiger Teilnehmer sagte am Ende des Abends, dass ihn - positiv - überrascht habe, wie viel hier gebetet würde. Er meinte das so wie es ankam: als Kompliment.

Ministranten-Nachmittag - und die Frage: "Wie geht's weiter?" (13. Mai 2016)
Irgendwie ohne großes Aufhebens ist die Gemeinschaft der Ministranten am Kleinen Michel in den letzten zwei Jahren kontinuierlich gewachsen. Sicher liegt es auch daran, dass es sonst keine Jugendarbeit hier gibt. Allein der Umstand, dass die Familien, die sich hier zugehörig fühlen, aus dem ganzen Stadtgebiet kommen, würde es schwer machen, eine Jugendarbeit aufzubauen, die etwa wöchentliche Gruppenstunden in verschiedenen Altersklassen anbietet. So bleibt im Wesentlichen der Sonntag, an dem regelmäßig 16 bis 20 Ministranten am Altar sind - und einige weitere in der Gemeinde sitzen, weil sie für den Altardienst zu knapp vor der Messe gekommen sind. Einen Plan, nach dem jeweils jemand eingeteilt ist, gibt es nicht. Es kommt vielmehr, wer kommt. Insgesamt sind es in der 11.30 Uhr Gemeinde 30 Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren. Ähnlich ist die Entwicklung in der Philippinischen Gemeinde. Beide Gruppen zusammen füllen damit für die anstehende Ministranten-Wallfahrt einen 54er-Bus - und es gibt immer noch Anfragen, ob man noch mitkommen könnte.
Jetzt haben wir als Pilot einen Ministranten-Tag probiert, zu dem alle Altersstufen eingeladen waren. Am Nachmittag hatte Peter Beckwermert vom Katholischen Jugendamt mit der Gruppe nicht nur ein Spieleprogramm gemacht, sondern versucht ein wenig aus den Leuten herauszukitzeln, wo die Interessen und Bedürfnisse im Blick auf die Jugendarbeit am Kleinen Michel liegen. Völlig schlau sind wir danach auch nicht. Wahrscheinlich müssen wir einfach anfangen und anbieten. Auf jeden Fall sind die Exkursionen und ist die Glaubenswoche im Frühjahr ganz wichtig, aber muss es mehr geben. Nach einem gemeinsamen Abendessen gab es für die Älteren ab 14 noch einen Spielfilm.

Beteiligung am großen internationalen Gottesdienst zur Eröffnung des Hafengeburtstages (5. Mai 2016)

Großer Michel - Ökum Gottesdienst mit Beteiligung vom Kleinen MichelJedes Jahr beginnt der Hafengeburtstag in Hamburg mit einem Ökumenischen Gottesdienst, an dessen Gestaltung außer dem Großen und dem Kleinen Michel die nordischen und die anglikanische Kirchen sowie vor allem die evangelischen und die katholische Seemannsmissionen beteiligt sind. Vom Kleinen Michel steuern wir üblicher Weise einen philippinischen Seemann für eine Fürbitte in Tagalog und einen Ministranten als Kreuzträger sowie den Pfarrer für ein Gebet und die Mitwirkung am Segen bei. Dieses Jahr waren drei Ministranten vom Kleinen Michel gekommen und wir hatten nicht nur unser Barock-Vortragekreuz mitgebracht, sondern auch zwei der dazu gehörenden historischen Leuchter. Immerhin waren diese um 1740 von der Hamburger Bürgerschaft finanziert worden, als Ersatz für die bei der Plünderung der Kapelle des kaiserlichen Botschafters mit vielen anderen Dingen verschwundenen Kircheneinrichtung. Was von der Stadt Hamburg finanziert ist, sollte einem so schönen Ereignis der Stadt nicht vorenthalten sein.

10 Jahre St. Benedikt-Gemeinschaft am Klenen Michel (1. Mai 2016)

Am 1. und 2. Mai feierte die St. Benedikt-Gemeinschaft Hamburg im "Kleinen Michel" ihr zehnjähriges Bestehen. Sie hat sich aus einfachen Anfängen, die noch in die Zeit von Pfarrer Msgr. Wilm Sanders fallen, zu einer stabilen geistlichen Gemeinschaft innerhalb des Gemeindelebens entwickelt, die gegenwärtig 19 Mitglieder zählt. Im Mittelpunkt ihrer Aktivitäten steht das Stundengebet der Vesper, das sie zweimal im Monat im Chor der Kirche abhält, und dem die Besprechung der Regel des Heiligen Mönchsvaters Benedikt vorausgeht.
10 Jahre Benedikt-GemeindeschaftZum Jubiläum hatte sie zur sonntäglichen Eucharistiefeier am 1. Mai eingeladen, die – neben dem Festcharakter des Tages – die Verbundenheit mit der weltweiten Benediktinergemeinschaft, der katholischen Kirche und der Gemeinde St. Ansgar und St. Bernhard zum Ausdruck brachte. Als eingeladene Zelebranten fungierten Prior Johannes Tebbe OSB, Prior vom Kloster Nütschau (der auch die Predigt hielt), Msgr. Wilm Sanders (der an diesem Tage seinen 81. Geburtstag begehen durfte), Pater Jeronimo Silva OSB von der Benediktinerhochschule St. Anselmo Rom, Pater Marian Reke OSB von der Abtei Königsmünster, Meschede und Pater Beda Carneiro OSB, Abtei St. Adalbert Egmong/Niederlande Die liturgischen Dienste wurden von Mitgliedern der Benediktgemeinschaft wahrgenommen. Einen festlichen Beitrag steuerte dankenswerterweise Gemeindekantor Norbert Hoppermann, der auch die Liedzettel vorbereitet hatte, mit seinem „Ensemble coSonanz“ bei. Die Hamburg Jesuitenkommunität  war an diesem Wochenende auf Exkursion auswärts und konnte daher leider nicht dabei sein.
Nach der Predigt erneuerte die fast vollständige St. Benedikt-Gemeinschaft vor dem Altar ihr Oblationsversprechen.
In einer kurzen Ansprache erläuterte der Gründer und Prior der Gemeinschaft, Br. Gabriel Cysneiros Obl. OSB die Anfänge, den Aufbau und den Sinn der Gemeinschaft und stellte die Mitglieder namentlich vor. Er verlas ferner Grußadressen vom Gemeindepfarrer P. Löwenstein SJ und vom Abtprimas der Benediktiner, D. Notker Wolf OSB, Rom.
Die Messe war im übrigen sehr gut besucht. Danach gab die St. Benediktgemeinschaft einen Empfang im renovierten Saal der Unterkirche. Bei Suppe, Brot und Getränken kam man schnell miteinander ins Gespräch; der Togolesen-Chor trug zur guten Stimmung bei. Am darauf folgenden 2. Mai fand eine Pontifikalvesper mit Erzbischof em. Dr. Werner Thissen statt. Neben den Priestern Msgr. Wilm Sanders und D. Jerônimo Silva OSB und den SBG-Mitgliedern beteiligten sich  Besucher aus der Kirchengemeinde an der Vesper, darunter auch der Pfarrgemeinderats-Vorsitzende Peter Herbst und P. Löwenstein SJ. Norbert Hoppermann unterstützte wiederum als Kantor den Gregorianischen Gesang begleitet vom Organisten der Gemeinschaft Andreas Deutschmann.

27. April 2016: Tanz-Projekt mit Flüchtlingen – vorläufiger Abschluss

Seit Herbst vorigen Jahres hat sich die Tanz-Gruppe mit Yasna Schindler regelmäßig alle 14 Tage zwei Stunden lang mit Flüchtlingsfrauen und deren Kindern in der Erstaufnahme-Einrichtung in Harburg getroffen. Das gemeinsame Körpertraining, die Entspannung und Selbsterfahrung und die Beziehungen, die dabei entstanden sind, haben allen Beteiligen gut getan und viel Freude bereitet. Nach Überwindung einiger Startschwierigkeiten und mit dem nötigen „langen Atem“ konnte dort ein Kommunikationsnetz entstehen, das nicht auf verbale, sprachliche Verständigung angewiesen ist. Auch die Sozialarbeiterinnen in der Einrichtung waren von dieser Unterstützung und Zusammenarbeit sehr angetan.

Leider ist es nicht gelungen, die Frauen aus Harburg (und ihre Kinder) zum Kleinen Michel zu bewegen. Deshalb hat die Gruppe der Deutschen sich in den Wochen zwischendurch regelmäßig hier ohne die ausländischen Teilnehmerinnen getroffen. Ein junger Syrer namens Tarek, der auch schon in seiner Heimat mit Tanz zu tun hatte, war jedoch häufig dabei.
Dieses Projekt wurde am 27. April mit einem gemeinsamen festlichen Mahl (vorläufig) abgeschlossen. Der Weg – und die Erfahrungen, die alle Beteiligten dabei gemacht haben - erscheint viel wichtiger als ein präsentierbares (End-)Ergebnis. Es gibt daher in der Gruppe um Yasna Schindler den Wunsch, das Projekt in irgendeiner Weise fortzuführen. Interessierte können unter koerper@kleiner4-michel.de mehr erfahren.

Frühlingserwachen (23. April 2016)

BlumenbeetBlumenbeetEs ist Frühling. Auf dem kleinen Blumenbeet in der Mitte des Kirchplatzes vom Kleinen Michel ist das unübersehbar. Dieses besondere Stück Hamburger Innenstadt verlockt immer wieder Kirchenbesucher, Hamburger und Gäste stehen zu bleiben, sich auf das Mäuerchen neben Kaiser Karl zu setzen und ein wenig verträumt der Natur beim Wachsen zuzuschauen. Wer immer selbst mit dem Garten Erfahrung hat weiß, dass das nicht von selbst so wächst, sondern dass da ganz viel liebevolle Sorgfalt dahinter steckt. Frau Balzer ist auf dem Bild kaum zu sehen, aber es sind viele Stunden die sie so kauernd im Dienst an den Blumen zubringt und damit die geheime Meisterin der Freude ist, die sie den Menschen bereitet. Und dieses Jahr haben sich als i-Tüpfelchen ein paar Frühlingsblumen in der Mauerritze heimisch gemacht.

Nachbarschaftliche Ökumene (16. April 2016)

Elim Visionstag 2016 - Mittagessen im Saal des Kleinen MichelZu einem großen "Visionstag" für ihre Mitarbeiter hatte an diesem Samstag die Christengemeinde Elim Hamburg in die Räume der Freien Evangelischen Gemeinde (FEG), unserern Nachbarn auf der anderen Seite der Michaelisstraße geladen. Weil dort der Platz nicht reichte, um alle Teilnehmer zum Mittagessen Platz nehmen zu lassen, kam auch der Saal des Kleinen Michel mit zum Einsatz. Das ist nur ein Beispiel für die Nachbarschaftshilfe, die bei uns zwischen Freien Evangelischen und Katholischen normal geworden ist. Wir durften, als der Kleine Michel saniert wurde, dort die Osternacht feiern. Von der FEG kommt schon mal der Wunsch, eine Hochzeit im Kleinen Michel zu feiern. Nur zwei Wochen zuvor waren fünf Pastoren und Mitarbeiter von "drüben" bei den Jesuiten zu einem Mittagessen zu Gast, um sich auch persönlich etwas besser kennen zu lernen.

Einbruchversuch im Kleinen Michel (29. März 2016)

EinbruchsversuchsschädenDamit rechnen mussten wir immer. Jetzt ist es passiert. Jemand hat bei einem Einbruchsversuch im Kleinen Michel erheblichen Schaden hinterlassen. Die Tresor-Kasse beim Büchertisch wurde herausgebrochen, und an der Tür zur Sakristei haben die Einbrecher einen massiven Schaden hinterlassen. Gelohnt hat es sich für die Bösewichte sicher nicht. Nicht nur, dass sie an ihrer Seele Schaden genommen haben. Die Aktion hat ihnen zudem nicht einmal einen Bruchteil dessen als Ertrag gebracht, was die Behebung des Schadens uns kosten wird. Die Kasse am Büchertisch dürfte keine 20 Euro beinhaltet haben und in die Sakristei sind sie erst gar nicht reingekommen - und hätten dort auch nichts gefunden, was sich wirklich lohnt, weil alles wirklich Wertvolle dort noch einmal sorgfältig im dicken Tresor verschlossen ist.
Wir mussten damit rechnen und haben es bewusst in Kauf genommen, denn lieber so etwas riskieren, als die Kirche verschlossen zu halten, dass die Menschen nicht mehr zum Gebet kommen können. Vielleicht gelingt es, zu mehr Zeiten die ehrenamtliche Aufsicht in der Kirche gewährleisten zu können. Aber verschlossen halten wollen wir die Kirche in keinem Fall.

Zum dritten Mal: Romero-Gedenken (23. März 2016)

Seit über 30 Jahren wird in Hamburg des ermordeten Oscar Arnulfo Romero gedacht. Am 24. März 1984 wurde der mutige Erzbischof von San Salvador von rechten Todesschwadronen ermordet, als er in einer Krankenhauskapelle die Hl.Messe feierte. Am 25. Mai vorigen Jahres wurde er von Papst Franziskus als Märtyrer seliggesprochen.
Dieses Jahr fand der ökumenische Gedenkgottesdienst zum dritten Mal  in der HafenCity statt. Eingeladen hatten das Erzbistum Hamburg, der Kleine Michel, das Zentrum für Mission und Ökumene – Nordkirche weltweit und das Ökumenische Forum HafenCity. Rund 30 Menschen, darunter eine Handvoll Katholiken, waren dieser Einladung gefolgt. Die aus Brasilien stammende evangelisch-lutherische Theologin Dr. Karen Bergesch, der evangelische Seemannspastor Matthias Ristau und Helmut Röhrbein-Viehoff, Pastoralreferent bei uns am Kleinen Michel, hatten den Gottesdienst vorbereitet. Mitgestaltet wurde die Feier durch den baptistischen Pastor Moisés Medrano aus Nicaragua und drei Volontäre aus Brasilien und den USA . Die musikalische Gestaltung – mit deutschen und spanischen Liedtexten – lag in den bewährten Händen von Bärbel Fünfsinn.
Inhaltlich nahm der Gottesdienst auch Bezug auf das diesjährige Motto der brasilianischen Fastenaktion, die in 2016 erstmalig ökumenisch von fünf Kirchen getragen wurde: "Casa comum, nossa Responsabilidade" - auf deutsch: gemeinsames Haus – unsere Verantwortung. Entsprechend ging die Kollekte nach Brasilien: die Evangelische Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (IECLB) unterstützt die Zentrale Vereinigung der Alternativen Gesundheit von Espiritu Santo (ACESA), welche sich der Förderung alternativer Projekte im Bereich Gesundheit und Umwelterziehung verschrieben hat.
Im Anschluss an den Gottesdienst blieben viele Teilnehmer/innen noch eine Weile im Café Elbfaire, um sich bei einer guten Suppe zu stärken und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Die Kollekte für das von der Luth. Kirche in Brasilien unterstütze Projekt hat die Summe von 165,- € erbracht . Bilder zur Dokumentation (pdf).

Möblierung der Unterkirche abgeschlossen - Meditationsstühle im Oratorium (21. März 2016)

Meditationsstühle im OratoriumMeditationsstühle im OratoriumSeit heute früh ist das Oratorium in der Unterkirche des Kleinen Michel eingerichtet. Die bisher noch fehlenden Stühle wurden von einem Schreiner aus der Nähe von Baden-Baden gefertigt. Er erzählt, dass er in einem Traum an Weihnachten vor bald vierzig Jahren die Idee dazu hat. Solche Stühle sind besonders für Meditation geeignet, weil sie mit einer relativ kurzen Sitzfläche und der Lehne hinten das lange, entspannte aufrechte Sitzen ermöglichen. Die Stühle warn nicht ganz billig, sollen aber auch lange halten - sollte es gelingen in der Gemeinde zu kommunizieren , dass sie zwar stabil sind, aber nur zum Beten, nicht zum Turnen geeignet sind.
Es gibt sechs Stühle, die etwas höher sind, für alle die lange Beine haben. Die Hocker und Meditationskissen sollen weiter im Schrank sein. Das Kreuz zwischen den beiden Teilen der alten Altar-Retable kann gegen eine Monstranz, ein Bild o.ä. ausgetauscht werden.

Beginn der Heiligen Woche (20. März 2016)

--Pastor Endlich kam vom Gottesdienst seiner Gemeinde gerade noch pünktlich. Vor den Toren der Freien Evangelischen Gemeinde, der CityChurch direkt neben dem Kleinen Michel, begrüßte er auch dieses Jahr wieder die katholische Schwester-Gemeinde, verkündete uns das Evangelium vom Einzug Jesu in Jerusalem und gab uns Worte des Glaubens mit auf den Weg. Spannend auch dieses Jahr wieder, ob das Wetter für die fünfzehn Minuten halten würde, die die gut dreihundertfünfzig Christen brauchten, bis die Prozession im Kleinen Michel ankommen würde. Ein hochtechnischaktueller Wetterbericht hatte für 11.45 Uhr heftigen Regen angekündigt. Als die Gemeinde komplett im Trockenen war, legte das Wetter los: Strahlender Sonnenschein bricht durch die Fenster.

Zweite Glaubenswoche für Jugendliche (15. bis 19. März 2016)

Für einen Moment überfiel Knut (Name von der Redaktion geändert) die Panik. Er war mit den anderen Jugendlichen im Zug aus Hamburg nach Teterow im östlichen Mecklenburg gekommen, wo das weiträumige Jugendhaus des Erzbistums Hamburg ist. Fünf Tage Glaubenswoche. Irgendwie hatte Knut mitbekommen, dass es da um Inhalte gehen sollte, aber entschieden hat er sich, weil seine Freunde dabei waren. Daher jetzt die Panikattacke, als er gesehen hat: Jeden Tag inhaltliches Programm, morgens, nachmittags und sogar abends (da, immerhin, nur ein Film und das Nachtgebet). Zum Glück war es nur eine kurze Attacke, dann hat sich Knut wie die anderen 19 Jugendlichen auf das Programm eingelassen. "Jesus, ein Märtyrer?" war die Woche überschrieben. Wer war Jesus, wie sah sein Glauben aus und wie kann man so auf Gott vertrauen, dass dabei das eigene Leben von Gott getragen ist? Und warum sind dann echte Märtyrer Zeugen für die Gewaltlosigkeit und Liebe?
Clemens Kascholke, bis letzten Sommer bei den Jesuiten am Kleinen Michel und jetzt wieder im Studium in München, hat das Programm gestaltet. Kennenlernen am Anfang, denn es waren einige zum ersten Mal dabei, während die Mehrheit der Jugendlichen sich als Ministrant vom Kleinen Michel kennt. Am Abend dann: Mose begegnet Gott im Dornbusch. Wo sind für uns solche Orte der Begegnung mit Gott. Und wozu führt das. Die Frage hatte auch Charlie Bartlett aus dem gleichnamigen Film von 2005. Die Erwachsenen sagen ihm immer: Es gibt Wichtigeres im Leben als beliebt zu sein; doch wenn er nachfragt, was das denn sei, kommt erst Mal nicht so viel.

Der zweite Tag beginnt mit einer Einheit, mit Bildern oder Texten die eigene Beziehung zu Gott anzuschauen und darzustellen. Das führt schnell zur Frage: Was macht eigentlich einen Menschen aus - und was Gott? - vor allem wenn wir glauben, dass Jesus "wahrer Mensch und wahrer Gott" ist. Viele Jugendliche haben betont, dass für Sie Gott allmächtig ist; er kann vollbringen, was er will. Doch gegen diesen Glauben steht die Erfahrung, dass Gott im Schwachen erscheint, sich verletzlich macht, dass seine Bereitschaft zur Versöhnung immer den Menschen sucht und den Menschen braucht, der diese Versöhnung will. Diese Gedanken sind dann auch in die abendliche Hl. Messe eingeflossen - und nicht so sehr in den Jubel über Bayern München, die später am Abend einen Sieg über Juve Turin davon getragen haben.
Der dritte Tag war inhaltlich sicher der wichtigste. An Jesus können wir sehen, dass wahres Martyrium eine Hingabe in Liebe ist, gewaltfrei und für den Menschen. Ein Zeugnis aus dem Glauben der Kirche. Wie Jesus den Mann mit der verdorrten Hand in die Mitte stellt - und dadurch den Zorn der Schriftgelehrten auf sich zieht - so haben wir im Film am Abend eine Gruppe Mönche kennen gelernt, die mitten im algerischen Bürgerkrieg versucht haben, den Menschen zu denen Gott sie gesandt hatte, treu zu bleiben. Eine Treue, die sie mit dem Leben bezahlt haben.
Am vierten Tag schließlich haben wir versucht, dass für das eigene Leben deutlich zu machen. Die Bergpredigt war dafür der Aufhänger. Auch dieser Tag schloss wieder mit einem Film zum Thema, diesmal Gran Torino von Clint Eastwood.
Beim Rückblick am letzten Tag wurde deutlich, dass das Programm, das Clemens Kascholke in diesen Tagen gestaltet hatte, bei den Jugendlichen gut angekommen war. Einziger, aber wichtiger Kritikpunkt war: 7.30 Uhr Wecken ist für eine Ferienwoche doch arg früh.

Abschluss der drei Wochen Exerzitien im Alltag (6. März 2016)
Mit "Open Link" haben wir zum zweiten Mal zusammen mit der Gemeinschaft Christlichen Lebens (GCL) Exerzitien im Alltag angeboten, an denen man via eMail und Internet teilnehmen konnte. Ein Team vor allem aus der Manresa-Messe hat das technisch und inhaltlich mit viel Engagement seit November geplant.
In der Fastenzeit letztes Jahr konnte man sich ganz unverbindlich einfach die Impuls zuschicken lassen. Wir hatten den Eindruck, dass das bei vielen dazu geführt hat, dass sie sich nicht wirklich darauf einlassen konnten, die Wochen für sich selbst mit stillen Zeiten des Gebetes zu gestalten. Daher hatten wir diesmal - mit nur mildem Nachdruck - die Erwartung formuliert, dass die Teilnehmenden in irgend einer Weise eine Rückmeldung geben und sich an einem Austausch über die Erfahrungen beteiligen, sei es in persönlichen Telefongesprächen oder Mail-Austausch, sei es in einer Chat-Gruppe.
Über 50 Leute hatten sich auf das neue Setting eingelassen - oder einlassen wollen. Es haben dann doch bei weitem nicht alle sich an dem Austausch oder den Rückmeldungen beteiligt. Besonders die Idee, eine Gruppe als Chat zu einem festen Zeitpunkt anzubieten, hat sich als nicht so sinnvoll für diesen Anlass erwiesen, weil es offenbar schwierig ist, genau zu einem Zeitpunkt mit allen dabei zu sein. Für diejenigen, die sich an Mail- oder Telefon-Begleitung beteiligt haben, scheint es zumeist eine wirklich wertvolle Erfahrung gewesen zu sein. Aber unter dem Strich waren das doch nicht viel mehr als ein gutes Dutzend Leute. Daher haben wir jetzt bei einem Auswertungstreffen der Organisatoren beschlossen, dieses Angebot in dieser Form nicht zu wiederholen, zumal es über das Internet überregional vergleichbare Angebote gibt. Für einen "lokalen" Anbieter wie uns ist dieses Format doch sehr aufwändig.
Statt dessen wollen wir wieder - wie zuletzt 2010 - gemeinsam zu Abenden vor Ort einladen, die in das Gebet in der geistlichen Tradition des Hl. Ignatius von Loyola einführen; geplant sind erstmal drei Mittwoch-Abende im November.

Bei Gästen zu Gast - Syrischer Imbiss (28. Februar 2016)

Man spürte, dass es den Gastgebern Freude macht. Eine Gruppe Syrer, teils aus Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge, teils schon anerkannte Asylsuchende, hatte eingeladen (und sich zum Teil auch erst hier kennen gelernt!). Mit Tariq war ein gelernter Koch dabei, ohne den es wahrscheinlich auch gesellig, aber nicht so ganz besonders lecker geworden wäre!
Der Saal des Kleinen Michel war festlich geschmückt, in der Küche haben die Gastgeber schon seit Samstag gewerkelt und geköchelt. Am Ende sind fast zweihundert Gäste gekommen und haben einen leckeren, fröhlichen Imbiss genossen - als Gäste derer, die wir bei uns in Deutschland als Gäste oder auch als neue Mitbürger willkommen heißen wollen.

Und das "wir" ist dabei am Kleinen Michel wie immer die bunte Mischung von Menschen, die hier in Hamburg ihre Heimat gefunden haben, manche aus dem Rheinland, manche aus Südostasien oder Afrika und sogar einige aus Bayern und anderen entfernten Weltgegenden. Das besondere an diesem Tag sollte sein, dass nicht "wir etwas für Flüchtlinge" machen, sondern diese uns einladen. Eine Erfahrung die Lust macht auf Fortsetzung .... denn es gibt ja auch noch pakistanische und afghanische  Besonderheiten und manches mehr zu entdecken.

Bilder: Pieter Vollandt

Zur jährlichen Klausur des PGR im Hamburg Hafen (20. Februar 2016)

EllerntorsperrschleuseAm 20. Februar trafen sich zu einem Klausur-Tag die Mitglieder des Pfarrgemeinderates in den Räumen der Katholischen Seemannsmission in der Nähe der Argentinienbrücke; traditionell ist auch der Kirchenvorstand zu diesem Treffen eingeladen. Über dem Hamburger Hafen lag zwar ein regnerischer und trüber Wolkenschleier, dafür war aber die Stimmung der Teilnehmer in den heimeligen neuen Haus von Stella Maris (genauer im: "Ellerntorsperrschleusenwärterhäuschen") umso besser.

Nach einer Andacht in der noch auszugestaltenden Kapelle stellten sich die Einzelnen vor und erzählten, wie sie zur Kirche und speziell: wie sie zum Kleinen Michel gefunden haben.

Danach gab es Informationen und eine Diskussion über den entstehenden "Pastoralen Raum Hamburg Mitte", zu dem auch der Kleine Michel gehören wird. Der Prozess dahin hat gerade begonnen, und es wurde ausführlich darüber geredet, was sich ändern kann und sollte, und was eher bewahrt werden könnte. Vor allem haben wir ausgiebig darüber gesprochen, was wir mit unseren Möglichkeiten und Stärken zu diesem Pastoralen Raum und zum Dienst der katholischen Kirche in der Mitte Hamburgs beitragen könnten – und wo vielleicht die anderen Orte Kirchlichen Lebens und die anderen Gemeinden eher ihre Stärken haben

AbendessenFür das Mittagessen hatten P. Löwenstein (zweierlei Suppen mit Nudeln und Brot) und Frau Entapa (Kuchen) gesorgt  - alles sehr lecker! Danach besuchten uns Herr Driessen und Herr Hoppermann und erzählten über den Stand der Planung für die neue Orgel sowie über das zeitgleich startende "Mendelssohn-Friedens-Projekt", in dem die vier großen kirchlichen Institutionen rund um den Kirchturm des Kleinen Michel künftig das kulturelle und aufklärerische Erbe Mose Mendelssohn und seiner Nachkommen in Hamburg in besonderer Weise aufgreifen und für die Fragen unserer Zeit fruchtbar machen wollen: Frieden in Gerechtigkeit, Toleranz in kultureller Vielfalt.

Gegen 17 Uhr war der Klausurtag beendet; es waren sich alle einig, dass man dies öfter wiederholen sollte, denn es war für alle ein sehr lebendiger und intensiver Tag. Zusammen mit Mitgliedern, die bei den letzten Wahlen Ende 2015 aus dem Amt geschieden waren, beschloss man den Tag bei einem festlichen Abendessen im Saal des Kleinen Michel.

8. Salon Kleiner Michel - "Kodexit" (18. Februar 2016)
Salon Privat initiiert und in Kooperation mit der Hochschule für Musik und Theater und dem Bundesjugendballett - Programm

Unter dem Doppeltitel Kodex – Exit "Kodexit"  ging es beim 8. Salon um das Verhältnis von Vertrautem zu Fremden. Kodex, das sind die Regeln, die festen Ansichten, die Sitten, der persönliche Geschmack – das wohlige Gefühl, zu Hause zu sein. Auf der anderen Seite kann es reizvoll sein, das Haus zu  verlassen, sehr oft ist dies notwendig – bringt aber Unsicherheit und ungekanntes Neues. Ohne einen Exit  kommt man nicht weiter:  "warm bis zugig", wie es im  Untertitel dazu hieß.

Um diesen Themenkomplex kreisten jeweils die Beiträge der -wie immer beim Salon-  jungen Künstler: Sasha Riva und Luca A. Tessarini  vom Hamburg Ballett der Staatsoper tanzten dazu zunächst einen Pas de Deux, der eher das Schöne und Vertraute, das Miteinander innerhalb einer Gemeinschaft thematisierte:  einen gemeinsamen Kodex zu haben bringt Geborgenheit. Das Enge  und Muffige, das in Bevormundung und Neid und Missgunst ausarten kann, zeigten 5 Schauspieler unter der Regie von Rieke Süsskow  (Theaterakademie Hamburg) mit Szenen aus "Bernarda Albas Haus" von Federico Garcias Lorca. Diese Inszenierung war eigens auf den Kirchenraum entworfen, der u.a. dem Spiel eine über den tagesaktuellen Streit der Töchter Bernardas weit hinausgehende allgemeine Bedeutung gab. Das Flötenduo Flutomanie (Hochschule für Musik und Theater) wechselte zwischen zeitgenössischen Tönen und vertrauter Harmonik hin und her; besonders zum Thema des Abends  passend die Vaterbildvariationen von Tilo Medek, der eine Komposition seines Vaters, der auch Komponist war, zum Anlass nimmt, sich mit seinem musikalischen Erbe auseinanderzusetzten, mal zart, mal schroff und verzweifelt, dann wieder zustimmend. Als Experiment‘ war ein Post-Doc der Uni Hamburg eingeladen, Mathematiker, der in 3 Min. dem Publikum brillant und erstaunlich verständlich erläuterte, dass auch die Mathematik nicht nur auf eindeutigen Voraussetzungen und Fundamenten beruht, sondern notwendigerweise auch ‚Unbewiesenes, Unsicherheiten‘ verarbeiten muss, um weiter zu kommen.Der endgültige ‚Exit‘ war Thema des abschließenden ergreifenden Balletts  "Eterno".

Der Salon ist mit jetzt 200 Gästen am Ende des zweiten Jahres seines  Bestehens in Hamburg "angekommen" – das war auch die Meinung der lebhaften Diskussion zwischen allen Künstlern und sehr vielen Gästen beim anschließenden Salongespräch. Hier kam auch das Thema des Verlustes des heimatlichen ‚Kodex‘ bei den Flüchtlingen in Deutschland zur Sprache, das der ganzen Veranstaltung einen sehr aktuellen Bezug gab.                  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auftakt zum Pastoralen Raum Hamburg Mitte (17. Februar 2016)

Auftakt Pastoraler Raum Hamburg MitteElf Leute haben den Kleinen Michel beim großen Auftakt des neuen Pastoralen Raumes in der Hamburger City vertreten. Eine Seniorin aus der Gemeinde, zwei Mitglieder des Kirchenvorstandes und vier aus dem Pfarrgemeinderat (zugleich aus der philippinischen Gemeinde und von der Gruppe der Togolesen), dazu die Priester aus der französischsprachigen und der deutschen Gemeinde, sowie die Pfarrsekretärin und der Referent im Projekt Citypastoral. Das waren weniger als ein Zehntel der Vertreter der vielen Einrichtungen und Orten, die in der neuen Struktur "Pastoraler Raum" neu vernetzt und organisiert werden sollen. Drei Jahre soll dieser Prozess dauern. Am Ende soll das Gebiet der bisherigen Pfarreien Sophien, Marien, Joseph/Altona und vom Kleinen Michel in einer Pfarrei neuen Typs, eben dem Pastoralen Raum zusammen gefasst werden. In einer solchen Pfarrei soll nicht mehr alles zentral sich um einen Pfarrer und Kirchturm drehen, sondern soll die Vielfalt der Orte kirchlichen Lebens optimal organisatorisch gefasst und unterstützt werden können.
Auftakt Pastoraler Raum Hamburg MitteWie viele verschiedene "Orte kirchlichen Lebens" in diesem Gebiet zusammen kommen, war anhand der anwesenden Vertreterinnen und Vertreter recht beeindruckend. Die beiden Beobachter von außen, die lutherische Hauptpastorin Kleist von St. Jakobi und der Politiker Markus Schreiber haben uns das widergespiegelt. Pastorin Kleist frug nach, ob wir immer so friedlich miteinander umgingen. Sie hat uns auch daran erinnert, dass die Internationalität eine Stärke der Katholiken in Hamburg sein kann, wenn wir etwas daraus machen.  Der Politiker konnte sich da anschließen. Er freut sich, wenn künftig die Politik in der Hamburger City leichter einen regionalen Ansprechpartner finden würde.
Ort des Treffens war einer der größten wenn nicht gar der größte katholische Saal in unsrem neuen Gebiet, der Pfarrsaal von St. Joseph.

Mystische Stimmung - Andachten zur Fastenzeit (16. Februar 2016)
FastenandachtEs kommt eine ganz eigene Stimmung auf, wenn im Kleinen Michel das Licht herunter gefahren wird, nur eine Gitarre an den Stufen des Altars beleuchtet ist oder in der Mitte des Raumes Weihrauch aufsteigt, den die Besucher als Zeichen ihres persönlichen Gebetes aufgelegt haben. Unter dem Titel "Exodus" gestalten die Katholische Akademie und der Kleine Michel gemeinsam vier Andachten in den ersten vier Wochen der Fastenzeit. Jeweils die alttestamentliche Lesung vom folgenden Sonntag bietet das Thema, das dieses Mal von P. Jan Roser SJ in einem Impuls ausgelegt wurde: Über die Schilderung der Gottesbegegnung des Abram nach dem Buch Genesis sagte er: "Diese archaische Szene bleibt uns fremd und unnahbar, solange wir sie uns nur zu erklären versuchen", und nahm dann die Teilnehmer mit auf eine Reise, die in die mystische Tiefe des biblischen Berichtes führte.

Jesuiten aus dem deutschen Sprachraum und Litauen zu Gast
(26.-28. Januar 2016)
Jesuiten in St. PetriFrankfurt, Göttingen , Hamburg, Köln, Luzern, München, Stockholm, Vilnius, Wien. Diese Städte haben Kirchen, die von Jesuiten als Seelsorger betreut werden. Die meisten sind Citykirchen, wie der Kleine Michel. Sie liegen eher im Zentrum und werden von Menschen aus der ganzen Stadt besucht, viel "Laufkundschaft", oft spezielles Programm in Kultur, Musik oder Kunst, immer ein Schwerpunkt in Spiritualität, nur selten eine stadtteilbezogene Gemeinde. Aus diesen Orten waren elf Jesuiten in Hamburg zusammen gekommen. Zudem hat der deutsche Jesuiten-Provinzial Stefan Kiechle an dem Treffen teilgenommen. Andere konnten dieses Mal nicht dabei sein, wenn zum Erfahrungsaustausch unter Kollegen geladen wird. Jesuiten aus Berlin, Innsbruck, Linz, Luzern, Mannheim und Uppsala. konnten es dieses Mal nicht ermöglichen dabei zu sein.  Wichtigster Teil des Treffens ist immer der Erfahrungsaustausch: Ideen mit Erfolg oder Ideen, die nicht so gut waren. Dazu gehörten auffällig an mehreren Orten Erfahrungen mit Allerheiligen/Allerseelen, dem Gedenken der Toten. Dafür werden an vielfach neue Formen gesucht.
Zu dem, was aus Hamburg an Besonderheit zum Programm beigetragen werden konnte, gehörte eine gemeinsame Erkundung der Hauptkirche St. Petri (Bild: Im Gespräch mit der Hauptpastorin), die in Lage und Funktion vielen Citykirchen von Jesuiten andernorts ähnelt. Petri wird keineswegs nur von Evangelischen als "ihre" Kirche gesehen: Tag für Tag beten dort Menschen verschiedener Konfession und wahrscheinlich sogar Religion, allein und still, manchmal auch in spontanen Gruppen. Es lohnt darüber zu diskutieren, welche Konsequenzen das für die Raumgestaltung hat. Auch die Teilnahme von Pastorin Anne Gidion an dem Treffen, neben Norbert Hoppermann und Helmut Röhrbein-Viehoff vom Kleinen Michel hat die Gespräche bereichert.

Landkarte der Gedanken zum Orgelprojekt (25. Januar 2016)
Landkarte der Gedanken zum OrgelprojektEin weiter Planungstag für unser Orgelprojekt. Für vier Stunden haben wir mit dem Chef einer von uns beauftragten Werbeagentur zusammen gesessen, um noch einmal das ganze Projekt, seine Themen und Strukturen rund um die geplante neue Orgel zu diskutieren. Wir haben zusammen getragen, was wir mit der Orgel wollen, wofür sie stehen soll, Instrument nicht nur für Musik, sondern auch für Ideen, die dadurch inspiriert darüber hinaus gehen sollen. Wer ist an dem Projekt beteiligt und wer ist daran interessiert? Alle Verbindungen so eines Projektes nach Innen und nach Außen wurden von den fünf Teilnehmern in einer Mind-Map zusammen getragen; dazu hatten sie sich um einen Küchentisch am Stadtrand von Hamburg versammelt, um mit klarem Kopf und heißem Herzen vorzubereiten, was ab hoffentlich März über Werbebroschüren und Internet einer breiteren Öffentlichkeit bekannt werden soll.

Orgelplanung (19. Januar 2016)

OrgelplanungWer Spenden sammeln will, muss gut erklären können, wofür! Wir wollen wieder eine Orgel für den Kleinen Michel. Nicht irgend eine, sondern eine, die zu uns passt. - Für drei Tage ist Orgelbauer Gaida aus dem Saarland nach Hamburg gekommen. Es ist nicht sein erster Besuch. Die musikalischen Grundlinien der geplanten Orgel sind schon seit längerem in Arbeit. Die Weiterentwicklung, wie das Material unsrer beiden alten Orgeln in die neue aufgehen soll, wird weiter gehen. Aber jetzt sind wir an dem Punkt, an dem es wichtig ist, dass die Gestaltung des Orgelprospekts konkret wird - sowohl um die nötigen Vorgaben für die Ideen des Orgelbauers zu haben, als auch, um eine Optik für die Orgel zu entwickeln, durch die das Projekt in Zeichnungen und Animationen  anschaulich gemacht werden kann. Letzteres ist auch, um Unterstützer für das Projekt zu gewinnen. Dafür sind die Besprechungen von Orgelbauer und Kirchen-Musiker mit unserem Architekt Klaus Dörnen gedacht, der schon die Neugestaltung des Kleinen Michel 2013 verantwortet hat.

Wochenende der Erstkommunion-Kinder an der Nordsee (15.-17. Januar 2016)

--Eine kleine Truppe war dieses Jahr zur Erstkommunion-Vorbereitung in Büsum. Sonst kommen zu dem Wochenende die Kinder der deutschen und der philippinischen Gemeinde zusammen; dieses Jahr kam ausnahmsweise nur ein deutscher Kurs zu Stande. Darin bereiten sich 16 Kinder auf die Erste Heilige Kommunion im Mai vor. Zwölf davon waren dabei; drei konnten leider terminlich nicht, einer hatte sich dann doch nicht getraut, ein ganzes Wochenende weg von daheim. Wir waren wieder im Freizeitheim der KSJ; das letzte Mal wohl vor der für Herbst geplanten Renovierung. In zwei inhaltlichen Einheiten haben wir uns zu dem vorgearbeitet, was die Heilige Kommunion ist: vom Aufbau der Heiligen Messe als Feier der Gemeinschaft der Kirche, in der wir die Gemeinschaft mit Gott erfahren, und von der Gegenwart Gottes in dem Kind von Bethlehem und in der Gestalt des Brotes. Am Sonntag konnten die Kinder dann ganz aus der Nähe die Messe in der kleinen Büsumer Kirche mitfeiern.

Vorbereitungs-Session für ein Mittagessen (31. Dezember 2015)
Suppen Session im Kleinen MichelIrgendwie mal wieder typisch Kleiner Michel: Donata hatte die Idee, fand Leute die Mitmachen - und viele weitere Leute zum Mitmachen fanden dazu. Ursprünglich sollte es ein Essen an Weihnachten werden. Doch dann stellte sich raus, dass Neujahr der Tag ist, an dem alle anderen Institutionen geschlossen haben, die sonst für Obdachlose und Bedürftige kochen. So soll es nun ein Neujahrsessen werden.

In der Strichliste zur Anmeldung haben sich 200 Leute eingetragen. Ob alle kommen? Oder ob alle noch jemand mitbringen? Morgen Mittag werden wir es wissen. Aber heute gab es erst mal viel gute Laune und Energie bei der Vorbereitung von 80 Liter Suppe. Dabei waren Leuten die irgendwie am Kleinen Michel ihren Ort haben, und solche, die nur dafür und eben mal zusammen gekommen sind, Bekannte, Asylbewerber aus Syrien, zu denen jemand Kontakt hatte, und auch noch ein paar Leute, bei denen keiner so recht weiß, wie sie dazu gekommen sind. Ist auch egal. Denn eine gute Sache ist die Aktion jetzt schon!

Kontemplationsgruppe im Oratorium (7. Januar 2016)

Oratorium ist das lateinische Wort für Gebetsraum. Am 17.Dezember 2015, nach Eröffnung der neuen Gemeinderäume unter der Kirche, wurde auch das dortige Oratorium seiner Bestimmung gemäß genutzt. Die Kontemplationsgruppe, die sich sonst jeden Donnerstag 19.30 Uhr in der Kirche getroffen hatte, meditierte nun erstmals im Oratorium. Der Raum ist kanpp 50 Quadratmeter groß und in dunklem Braun gestrichen. An der Stirnseite stehen zwei historische Altarretabeln aus Holz.
Die Atmosphäre in dem Raum wurde von der Gruppe durchweg positiv aufgenommen. Die akustische Isolierung erwies sich als gut. Nebenan feierte zeitgleich die Philippinische Gemeinde eine Messe, was hörbar war, aber nicht störte. Dass über uns, in der Kirche ein Chor sang, wussten wir nur aus dem Programm, zu hören war davon nichts. Die erste Erfahrung ist also: Das Oratorium gibt dem Stillen Gebet einen würdigen und geschützten Rahmen.
Zuvor hatten wir uns vor allem in der Kirche getroffen und dort hinter dem Altar in einer Runde meditiert. Der Kirchenraum ist dafür gut geeignet, wir haben die Weite und die verschiedenen Lichtstimmungen genossen. Wenn in der Kirche allerdings andere Veranstaltungen stattfanden, mussten wir in die Katholische Akademie ausweichen. Das war eine pragmatische Lösung, für die wir dankbar sind. Doch saßen wir dort in nüchternen Konferenzräumen, in die wir zudem unsere Gebetshocker und Decken von der Kirche hinübertragen mussten.
Nun also das Oratorium. Ganz gewiss werden wir in den kalten Monaten dort donnerstags meditieren. Für die wärmere Jahreszeit gibt es in der Gruppe Stimmen, die für die Meditation in der Kirche plädieren – wir werden sehen. Wir empfinden es als einen Luxus, dass wir an den meisten Tagen nun sogar eine Auswahl zwischen zwei schönen Gebetsräumen haben.

Fest zur Wiedereröffnung des Saals (13. Dezember 2015)

Einweihung Saal - Dritter Advent 2015

Generalvikar Thim wird nicht widersprechen: Die drei Grußworte nach ihm haben ihn ausgestochen. Er hatte im Namen des Erzbistums gesprochen, das die Hälfte der Kosten übernommen hatte, damit die Gemeinden vom Kleinen Michel nach drei langen Jahren wieder ihre Gemeinderäume und den Saal in der Unterkirche in Beschlag nehmen konnten. Zu diesem Fest war die Kirche prall gefüllt, sangen die Chöre der Gemeinden und schien sogar trotz gegenteiliger Ankündigung die Sonne.

Einweihung Saal - Dritter Advent 2015Doch nach dem offiziellen Vertreter war es drei Jugendlichen überlassen worden, ihre Perspektive auf den Tag zu geben. Die drei standen denn durchaus mit dem Selbstbewusstsein da, dass sie die Zukunft der Kirche sind. "Meine Freunde und ich haben den Saal sehr vermisst", bekannte Roy, und im Blick auf die Vielfalt: "ich sehe eine riesige Familie, und das ist es auch, was unsere Familie besonders macht. Das hatte auch Pater Löwenstein - glücklich und ein wenig erschöpft nach sieben Monaten Bauzeit - in der Predigt (Mitschnitt auf Youtube) gesagt: In der Vielfalt liegt der Auftrag und die Berufung, die das Ganze lohnend machen. Mark aus der philippinischen Gemeinde mahnte die Erwachsenen, sie sollten ruhig auf die Jugend hören - auch wenn diese manchmal auch nicht so genau wissen was sie meinen. Das dritte Grußwort kam von Pierrick von der französischen Gemeinde, der abschließend wie auch die drei vor ihm denen dankte, die das Ganze durch ihre Arbeit und ihre Spenden möglich gemacht haben. Die Segnung der Räume wurde von Pater Boiser und Pater Roser vorgenommen und per Audio-Schaltung (mit kleinen technischen Pannen) in die Kirche übertragen.

Einweihung Saal - Dritter Advent 2015Anschließend hat der Ephata-Togo-Chor die gut 400 Gäste in einer langen Prozession aus der Kirche über den neuen rollstuhlgerechten Osteingang in die Unterkirche und den Saal geführt. Schon nach wenigen Minuten war kein Zweifel mehr, dass die Leute die Räume als die ihren annehmen würden. Viele packten mitgebrachtes Essen aus, das Freibier gab es im Innenhof (womit die Überfüllung des Saals vermieden werden konnte) und da der Menge weitere Reden erspart wurden, hielt sich ungetrübt die gute Stimmung.

 

Der echte Nikolaus (6. Dezember 2015)

Nikolaus im Kleinen MichelNikolaus im Kleinen MichelWar das wirklich der echte Nikolaus? Einer der neuen Ministranten musste dann doch den Pfarrer noch mal in der Sakristei abfangen: War das wirklich der echte Nikolaus? Ja, in der Tat, er war es, nicht dieser Coca-Cola-Weihnachtsmann-Fake (der im Original wenigstens Santa Claus genannt wird). Der echte Nikolaus aber ist der Bischof, mit Bischofsgewand und Bischofsstab. Warum er der echte ist, war in der Predigt schon erklärt worden. Dieses Jahr kam der Bischof Nikolaus in Hamburg nicht wie sonst mit der Barkasse in der HafenCity an, sondern mit dem Papamobil von St. Katharinen zum Kleinen Michel, weil er natürlich evangelische Kinder wie katholische mit Äpfeln und Nüssen beschenkte. Für auffällig viele Eltern war hingegen etwas anderes wichtiger als diese Geschenke: Es musst unbedingt ein Photo ihrer Kinder mit dem Nikolaus sein. Immerhin war es der echte!

Kolping-Treffen (6. Dezember 2015)

KolpingAm Sonntag nach dem Gedenktag des Seligen Adolf Kolping feierte die Kolpingfamilie "Hamburg Zentral" am Kleinen Michel zusammen mit den anderen Gruppen der Hamburger Innenstadt den Kolping-Gedenktag, mit Frühstück, Gottesdienst, Bannern und Kolpingslied. Im Laufe der Feier erhielten mehrere Teilnehmer eine Urkunde für viele Jahre Mitgliedschaft im Kolpingwerk: Gretel Otta (HH-Zentral, für 40 Jahre), Pfarrer Michael Grodecki (HH-Zentral, für 50 Jahre), Walter Mahr (KF. HH-Altona für 50 Jahre), Hans Eichstetter (HH-Zentral, für 60 Jahre).

Klaus Dörnen - Geburtstag unseres Architekten (5. Dezember 2015)

GeburtstagskonzertEin Architekt mit großer Hingabe an die Kirchenmusik. Klaus Dörnen hat am Kleinen Michel die Neugestaltung der Kirche und jetzt auch der Unterkirche mit dem Saal und dem Oratorium als Architekt betreut. Zugleich ist er ganz engagiert mit dabei, wenn wir unsere neue Orgel konzipieren. So hat es sich Norbert Hoppermann und das Vokalensemble CONSONANZ nicht nehmen lassen, seine Geburtstagsfeier zu einem kleinen, aber überaus feien Konzert werden zu lassen. Herzlichen Glückwunsch, Gottes Segen und vielen Dank für alles, was Sie für den Kleinen Michel gemacht haben und machen....

Drum prüfe wer sich ewig bindet ... Letzte Gelübde von Pater Roser (3. Dezember 2015)

Letzte Gelübde JesuitenEs ist bereits eine kleine Tradition: Am 3. Dezember, dem Gedenktag des großen Jesuiten-Missionars Franz Xaver, lädt die „ignatianische Familie“ zu einem Gottesdienst in den Kleinen Michel ein. Ein offenes Familientreffen, denn neben der Gemeinschaft Christlichen Lebens (GCL), den Xaviers-Schwestern und den Jesuiten gehören alle dazu, die sich in ihrer Spiritualität Ignatius von Loyola verbunden fühlen. „Der perfekte Feierrahmen für einen Jesuiten, um seine Letzte Gelübde abzulegen“, stellten viele Gottesdienstbesucher beim anschließenden Empfang fest. Denn in diesem Jahr war das Familientreffen genau um diese Besonderheit bereichert: P. Jan Roser SJ erneuerte sein Ja zum Jesuitenorden. Die Letzten Gelübde, die volle Eingliederung in den Orden, sind ein bewegender Augenblick im Leben eines jeden Jesuiten. P. Roser gefragt, warum er Jesuiten geworden sei, antwortete: „Ich wollte etwas zurückgeben, von der Liebe, die ich empfangen durfte, von Gott, der Kirche, von meiner Familie.“ Der Rahmen passte und wir Jesuiten hätten nichts dagegen, wenn jedes Jahr jemand aus der ignatianischen Familie an Franz Xaver im Kleinen Michel Gelübde ablegen würde. (Bild: Pater Roser spricht die Gelübde vor der Kommunion im Angesicht des Leibes Christi; Pater Heindl vertritt den Generaloberen der Jesuiten)

Der neue Pfarrgemeinderat trifft sich (1. Dezember 2015)

Zu Anfang wurde gebetet. Der neu gewählte Pfarrgemeinderat (PGR) hat seine konstituierende Sitzung damit begonnen, die adventliche Rorateandacht der Kath. Akademie im Kleinen Michel mit zu feiern. Nach diesem geistlichen Auftakt konnte die eigentliche Sitzung in neunzig Minuten bewältigt werden. Zunächst gehören zum PGR die zehn gewählten Mitglieder und die Geistlichen der französischen, philippinischen und der französischen Gemeinde sowie Pastoralreferent Röhrbein-Viehoff vom Citykirchen-Projekt am Kleinen Michel.
Der PGR hat zunächst darüber gesprochen, was nach Meinung der einzelnen die vorrangigen Themen für das erste Jahr sind. Dabei wurde immer wieder die Bedeutung der Jugend und junger Erwachsener für die Gemeinde betont, die Zusammenarbeit unter den verschiedenen Gruppen und Gemeinden am Kleinen Michel sowie im entstehenden Pastoralen Raum.
Der PGR hat Peter Herbst wiederum zu seinem Vorsitzenden gewählt und ihm im Vorstand Frau Brabetz, Frau Entapa und Frau Kremer zur Seite gestellt. Er stimmte zu, dass Frau Kremer (aus dem Manresa-Team), sowie Bianca da Graca und Roy Kouevi (aus dem Kreis der Jugendlichen) für den PGR nachberufen werden.
Schließlich wurden die Termine für 2016 vereinbart und das Fest zur Wiedereröffnung der Unter-Kirche und des Saals weiter geplant.


 

-> siehe auch Bautagebuch von der Sanierung des Kleinen Michel

Lüftung, Sanitär