Kirchenführer

Der Kleine Michel

Die kleine Sankt-Michaelis-Kirche war ursprünglich als Friedhofskapelle dem hl. Erzengel Michael als dem Seelenbegleiter von Verstorbenen geweiht. Der erste Gottesdienst (1605) in dieser Filiale der Hauptkirche St. Nicolai bezeugt zugleich die wachsende Neustadt, die ab 1616 von der neuen Stadtbefestigung (heutige Wallanlagen) umschlossen wurde, durch die Hamburg vor den Zerstörungen des 30-jährigen Krieges (1618-1648) weitgehend bewahrt blieb. Die Kirchengemeinde der Neustadt erbaute sich im Jahr 1661 eine repräsentative Hauptkirche, der Große Michel behielt den Namen St. Michaelis. Seitdem gibt es den Großen und den Kleinen Michel. Zwar wird der Kleine Michel 1747 abgerissen, aber drei Jahre später brennt der Große Michel ab. Und weil Großbauwerke schon damals länger dauerten (und teurer wurden), als ursprünglich geplant, entstand als Ausweichkirche der Kleine Michel an altem Ort 1757 neu und gibt es seitdem wieder nebeneinander den Großen und den Kleinen Michel zu Hamburg. Der Kleine Michel wurde im Jahr 1807 bei der französischen Besetzung Hamburgs (1806-1814) von den Truppen Napoleons beschlagnahmt und wie es in der Chronik heißt: „für den katholischen Kult eingerichtet".
Am 17. März 1811 fand die letzte lutherische Predigt statt. Zum Abschied sagte Pastor Joh. Friedrich Tonnies (Prediger St. Michaelis, geb. 09.02.1762 Hamburg, gest. 03.08.1829): "Wir sollen und müssen diesen Tempel verlassen, um ihn unseren Brüdern zu übergeben, auf dass auch sie ein größeres Bethaus wie bisher haben, um unserm und ihrem Gott, um unsern und ihren Heiland auch öffentlich anzubeten und zu verehren. Euch Allen, die ihr Euch so gerne hier versammeltet, um erbauet zu werden aus dem Worte des Lebens, um an diesem Altar das Unterpfand Eurer künftigen Seligkeit zu empfangen, Euch allen, die Ihr eine stille Thräne bey dieser Trennung mit mir weint - Euch Allen sey es denn eine große Beruhigung, dass dies Haus des Herrn ... ein Gotteshaus bleiben wird."

Nach Abzug der Truppen Napoleons beschloss der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg im Jahre 1824, dass der Kleine Michel von der katholischen Gemeinde gekauft werden dürfe. So entstand mit dem Namen des hl. Ansgar die erste katholische Kirche in Hamburg nach der Reformation.

Der heutige Kirchbau

Die schöne alte Barockkirche aus dem Jahre 1757 wurde im 2. Weltkrieg am 11. März 1945 völlig zerstört. 7 Jahre später, nach den schrecklichen Zerstörungen des II. Weltkrieges, waren es Franzosen, die den Kleinen Michel neu aufbauten. Mit einer Finanzierung, die der französische Generalkonsul in  Hamburg, Baron Andréa de Nerciat, organisierte, wurde ein Zeichen der Völkerverständigung gesetzt. Der Wiederaufbau unserer Kirche geschah nach den Plänen des französischen Architekten Jean Charles Moreux (und der Bauleitung vor Ort durch Gerhard Kamps). Die Kirchweihe des Neubaus erfolgte am 10. Juli 1955. Bernhard von Clairvaux wurde Co-Patron der Kirche.
Von 1978 war der Kirchenraum im Inneren grundlegend umgestaltet worden. Durch starke Einbauten und mächtige Leuchtkörper bei der Sanierung 1977/78 hatte der Raum viel von seiner ursprünglichen Weite und Großzügigkeit verloren.
Da auch im Bereich der Gebäudetechnik (Heizung, Elektro, Energieeffizienz, Beschallung) dringender Erneuerungsbedarf bestand, wurde die Kirche 2012/2013 unter der Leitung von Architekt Klaus Dörnen, Oldenburg, erneut saniert und erhielt dabei den ursprünglichen Raum in seiner Offenheit und Klarheit wieder zurück. Am 1. September 2013 wurde die Kirche neu geweiht.

Der Kleine Michel Innenraum - um 1880 - 1960 - 2006 - 2013
Der Kleine Michel Innenraum - um 1880 - 1960 - 2006 - 2013

Vier Passagenkirchen aus BurgundSchnitt AltarraumDer Grundriss der heutigen Kirche Kirche verweist auf die Struktur romanischer Hallenkirchen in Burgund; vermutlich wollte Moreux auf von Cluny abhängige "Passagenkirchen" hinweisen, deren Merkmal es ist, dass aus einer einschiffigen Hallenkirchen drei, die Ostwand durchbrechende Passagen zum Altarraumbereich führen. Die Seitenpassagen hatten ursprünglich liturgische Funktionen in der Vorbereitung des Gottesdienstes. Gegenüber dem Bau von Moreux ist der Charakter einer Wand, die den Altarraumbereich vom Hauptschiff trennt, nicht mehr so klar zu erkennen, weil die angedeutete Wand 2012 zu einem Bogen verschlankt wurde.

Ansgar-ReliquieSankt Ansgar - ein Reisender als Patron für Hamburg und Nordeuropas

Der hl. Ansgar, Patron der Kirche, wurde im Jahr 801 in der Normandie geboren. Seine Mutter starb, als er fünf Jahre alt war. Daraufhin kam er ins Benediktiner-Kloster Corbie, in das er später eintrat und mit der ersten Gründergeneration zum Kloster Corvey an der Weser ausgesandt wurde. Im Jahr 831 wurde er der erste Erzbischof von Hamburg und damit auch der eigentliche Stadtgründer. Nach der Zerstörung Hamburgs durch die Wikinger im Jahre 846 übertrug der Papst ihm zugleich das Bistum Bremen, wo Ansgar im Jahre 865 starb. Seine Gebeine gingen dort in der Reformationszeit verloren. Erhalten sind nur Reliquien, die vor der Reformation seinem Grab entnommen wurden. Davon überbrachte 1865, im 1.000. Todesjahr des hl. Ansgar, der damalige Präfekt der Nordischen Mission Bischof Dr. Paulus Melchers unserer Gemeinde einen Teil des rechten Armes, "mit dem Ansgar segnete und taufte". Die Reliquie wurde 2013 in den Altar des Rendsburger Künstlers Tom Müllers eingelassen; hier ist gleichsam das Ansgar-Grab für Hamburg.

Das KreuzFreuz

Seit 2010 verfügt der Kleine Michel über ein barockes Kreuz oberitalienischer Herkunft, das der Kirche als Dauerleihgabe durch die Frankfurter Jesuiten überlassen wurde.

Ansgar Madonna vom Kleinen MichelDie Statue des hl. Ansgar und die Madonna vom Kleinen Michel

Die beiden Figuren haben die Zerstörungen des Krieges überlebt und wurden nach einem wechselvollen Schicksal nach dem Zweiten Weltkrieg 2013 restauriert und soweit möglich in ihren ursprünglichen Zustand zurück geführt. Sie stammen von dem in Hamburg nach dem großen Brand tätigen Künstler Franz Bernhard Schiller (*28. Oktober 1815 in Ostritz; †13. Mai 1857 in Hamburg) und wurden 1856 von der Gemeinde erworben.
St. Ansgar wählte seinerzeit Maria zur Patronin der Domkirche im Schutz der Hammaburg und stellte die Stadt unter den Schutz der Gottesmutter. Deshalb finden sich die beiden Mariensterne - als Symbol für ihre Jungfräulichkeit und ihre Mutterschaft - bis heute im Hamburger Stadtwappen.
Die Madonna vom Kleinen Michel ist in ihrer Ausführung etwas Besonders. Das Jesuskind, das sie auf ihrem linken Arm trägt, hält die Weltkugel mit der Lässigkeit, mit der ein Hamburger Jung' einen Fußball halten würde, und das Kind streckt die rechte Hand dem Betenden zum Gruß entgegen. Dies ist die Einladung an die Betenden, die Last der Welt dem göttlichen Kind anzuvertrauen und zu ihm zu kommen: "Kommt alle zu mir, die ihr schwere Lasten zu tragen habt" (Mt 11,28).
Die eine Hand, die uns das Christus-Kind zum Gruß reicht,
die andere Hand, die die Last der Welt gelassen trägt,
ein Fuß, gleich wie ein Schritt, uns entgegen.

AmpelSilberschatz aus der Kaiserlichen Residenz

Nachdem die katholische Kapelle in der Kaiserlichen Botschaft 1719 durch einen Mob geplündert und zerstört worden war, musste die Stadt dem Kaiser eine neue Botschaft samt Kapelle einrichten. Wohl aus dieser Einrichtung stammen die zahlreichen Leuchter, liturgischen Geräte und die Ewig-Licht-Ampel, die um 1740 in Augsburg und Hamburg entstanden sind; diese Kunstschätze sind nach dem Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen an den Kleinen Michel gekommen.
Die Ampel ist über dem Tabernakel von 1955 angebracht, in dem der Leib Christi, das in der Heiligen Messe gesegnete Brot der Eucharistie aufbewahrt wird. Das "Ewige Licht" ist für Katholiken eine Art Markierungszeichen, denn sie begrüßen und verehren Christus, der im Sakrament gegenwärtig ist, durch eine Kniebeuge.

Herz-Jesu-Ikone und Marien-Ikone

Die beiden Ikonen, die über den Weihwasserbecken am Eingang der Kirche angebracht wurden, stammen ebenfalls noch aus der alten Kirche (19. Jahrh.): Heiligstes Herz Jesu und Gottesmutter von der Immerwährenden Hilfe (der Typus stammt ursprünglich aus Kreta mit dem Namen "Muttergottes von der Passion").
Auf einem kleinen Blechschild steht am Rahmen: „Im Kriegsjahr 1945 durch Bomben beschädigt". Deutlich erkennbar ist das Splitter-Loch im Schleierrand.

Glasfenster

Entwürfe zu den Fenstern

Entwürfe zu den Fenstern

Nach Entwürfen der Architekten Jean-Charles Moreux wurden die Fenster der Kirche 1955 in einem sehr schlichten Stil gehalten. In ihrer Ornamentik entsprechen sie dem Verweis auf die Tradition der Zisterzienser, der durch das Co-Patronat des Hl. Bernhard von Clairvaux 1955 intendiert war. Die Fenster sind von der Grisaille-Tradition beeinflusst. Die Zisterzienser haben diesen Stil zwar nicht erfunden aber doch häufig maßvoll eingesetzt, weil er als asketisch-zurückhaltend gilt. Er ist ein Beispiel für die Steigerung der Schönheit durch die Reduktion der Auswahl. Das ist ein monastisches Prinzip in allen Lebensbereichen und wurde daher im Mittelalter von der höchsten Führungsebene des Ordens, dem Generalkapitel, gefördert und festgelegt, dass die Fenster weiß, ohne Kreuze und ohne die üblichen farbigen Abbildungen biblischer Figuren gestaltet werden sollen. Die Fenster in den Kirchen der Zisterzienser sind zumeist weiß-milchig mit nur leichten Farbtönungen (z.B. die Fenster Zisterzienserkirche Pforta, Sachen-Anhalt); im Kleinen Michel wurde ein milchiger Gelbton verwendet.

Aus der Schwesternkapelle des früheren Nölting-Stiftes (Schwestern der hl. Elisabeth, sog. Graue Schwestern), das an der Stelle stand, wo heute die Katholische Akademie steht, stammen auch die bleiverglasten Fenster des Beichtzimmers:

  • in der Eingangstür links Ludwig von Thüringen oder den Hl. König Ludwig LX. darstellend und rechts die hl. Elisabeth
  • Außenfenster Maria und Josef

Quedlinburger WeihnachtssternDer Weihnachtsstern

Vom Advent bis zum 2. Februar hängt hoch in der Kuppel des Altarraumes ein Weihnachtsstern, der einzig in seiner Art ist: Er wurde 2013 von der Glaswerkstatt Schneemelcher in Quedlinburg aus Gläsern gefertigt, die aus der Restaurierung der Fenster des Kleinen Michel stammen. Der Stern wiegt 80kg und ist ca. 1,50m im Durchmesser groß.

Der Kreuzweg

Der Kreuzweg lädt mit seinen 14 Stationen dazu ein, betend den Altarraum zu umschreiten. Er nimmt seinen Ausgang auf der Seite des Evangeliums, in dem der Kirche das Wort Gottes verkündet wird. Die vierzehn von Fritz Fleer (* 21. November 1921 in Berlin; † 1997 in Hamburg) gestalteten Tafeln meditieren dann die Stationen des Weges Jesu vom Gebet in Gethsemane zum Kreuz auf Golgotha. Der Weg der Stationen führt immer von außen nach innen und zeigt so immer auf den Altar in der Mitte: In der Kirche, die um den Altar versammelt ist, ist der auferstandene Herr gegenwärtig und kommt der Kreuzweg Jesu zum Ziel.

Fritz Fleer ist in Hamburg kein unbekannter Künstler. Die 14 Kreuzwegtafeln entstanden 1975 und sind seit dem Jahr 2000 im Kleinen Michel. Der 1921 in Berlin geborene Künstler war von 1946 bis 1950 Schüler von Edwin Scharff in Hamburg und lebte hier bis zu seinem Tod im Jahre 1997. Unabhängig von allen Modeströmungen hat er durch fünf Jahrzehnte als Gestalter der menschlichen Figur ein Werk geschaffen, das in der Antike wurzelt und doch deutlich Zeitgenossenschaft bekundet. Stets ging es ihm, wie er selbst sagte, um das Umsetzen von Naturformen in plastische Formen. Beispielhaft seien genannt der "Jüngling mit Möwe" an der Lombardsbrücke (bereits 1955), der "Große Speerträger" für die Parkanlage bei den Grindelhochhäusern (1957), die Figur "Colombe" für die Hauni-Werke in Bergedorf (1959), der "Christophorus" für das Pädagogische Institut der Universität Hamburg (1960), "Großer Stehender" am U-Bahnhof "Rauhes Haus" (1966) "Mit gefesselten Händen Segnend" gestaltete er die Statue von Dietrich Bonhoeffer vor der Hauptkirche St. Petri (1979). Im Schaffen von Fritz Fleer nahm die biblische und kirchliche Thematik einen breiten Raum ein. Davon zeugen fünf große Kirchenportale (u.a. Weihnachtstür an der BethlehemKirche in Eimsbüttel/1959, Tür "Ecce Homo" an der Hauptkirche St. Katharinen/1963, Nikolaus-Tür an der Hauptkirche St. Nikolai/1985), und bedeutende Kunstwerke in vielen Kirchen Norddeutschlands, in Hamburg z.B. die Kanzelreliefs der Hauptkirche St. Nikolai (1964) oder das Altarkreuz für die Hauptkirche St. Jacobi (1984). Für katholische Gemeinden gestaltete er 1974 die Altarräume der Hamburger Kirchen St. Antonius in Winterhude und St. Franziskus in Barmbek. Eine Tafel in Stil und Größe wie die Kreuzwegtafeln, die Stillung des Seesturmes zeigend, wird in der Sakristei des Kleinen Michel aufbewahrt - und bringen dort die Hoffnung der Priester zum Ausdruck, die Ministrantenschar vor Beginn der Hl. Messe zur Ruhe zu bringen.

Apostelleuchter

Um diesen Hallencharkter zu betonen, sind die zwölf "Apostelleuchter" an den zwölf tragenden Säulen des Hauptraums angebracht. Die Leuchter verweisen auf die zwölf Apostel, ihrerseits Hinweis auf die zwölf Stämme des Volkes Israel, das zu erneuern Jesus die Apostel berufen hat. Sie sind die Grundsteine und Säulen des neuen Gottesvolkes, der vom Himmel kommenden Kirche, mit der sich die auf Erden feiernde Kirche in der Heiligen Liturgie verbindet (vgl. Offb 21,14 wo es über das himmlische Jerusalem heißt: "Die Mauer der Stadt hat zwölf Grundsteine; auf ihnen stehen die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes").

Eine neue Orgel für den Kleinen Michel

1957 wurde eine Krell-Orgel mit 33 Registern angeschafft. Leider funktionierte sie schon seit den 80er Jahren nicht mehr. Durch die Unterstützung vieler Spender konnte 2007 die Anschaffung der historischen Chororgel von Matthäus Mauracher (1890) erfolgen. Ihr unverfälscht warmer romantischer Klang hat viele Hörer bewegt und soll als eigenes Werk in die neue Orgel mit einfließen. Von der Krell-Orgel übernehmen wir das Pfeifenwerk und die aus massiver Eiche gefertigten Windladen.
Über die Pläne für eine neue Orgel informiert der Orgelbauverein. Die Gemeinde sammelt Spenden, um möglichst bald wieder über eine Orgel zu verfügen.

Die Glocken

Im Kirchturm hängen seit 1959 vier Bronzeglocken der Glockengießerei F. Otto, Bremen-Hemelingen mit den Tönen e'-g'-a'-c", "St. Maria" und "St. Ansgar", "St. Bernhard" sowie "St. Michael". Durch eine großzügige Spende zu unserem Jubiläum konnten Sie 2005 in einem Glockenstuhl aus Eichenholz aufgehängt werden und erfreuen uns nun durch einen deutlich weicheren Klang.
Das Gemeindegebiet umfasst die gesamte Altstadt, die gesamte Neustadt, Teile des Schanzen- und das Karolinenviertel sowie die Hälfte von St. Pauli (Hein-Hoyer-Straße beidseitig). Hinzu kommen die Straßen im Zuge des Ausbaus der HafenCity. Die Gemeinde ist jedoch geprägt durch Katholiken (und Christen anderer Konfession), die aus ganz Hamburg und dem Umland immer wieder hierher zum Gottesdienst kommen oder sogar hier ihre feste Gemeinde haben. Seit 2006 wird der Kleine Michel durch einen Pater aus dem Jesuitenorden (Gesellschaft Jesu - SJ) betreut und seit 2007 wohnt die Hamburger Kommunität der Jesuiten am Kleinen Michel. Zur Zeit gehören zur Gemeinschaft 7 Patres, die in der Jugend- und Studentenseelsorge, in Glaubensseminaren und geistlicher Begleitung oder in der Katholischen Akademie Hamburg arbeiten.

PortalInschrift über dem Kirchenportal

Das Zitat aus dem Brief des Heiligen Paulus an die Epheser (Eph 4,3) "SERVATE UNITATEM SPIRITUS IN VINCVLO PACIS" - "Bewahrt die Einheit des Geistes im Band des Friedens!" Das Bemühen um Einheit soll also dem Frieden dienen und nicht zum Unfrieden anstiften. Der Friede ist der Weg zur Einheit. Dieser Leitsatz gilt den verschiedenen Gruppen, Sprachen und Nationen unserer internationalen katholischen Gemeinde als Ansporn und Auftrag zur Integration. Ebenso fühlt sich die Gemeinde zur Ökumene verpflichtet. Wir freuen uns über die gute ökumenische Zusammenarbeit mit allen Gemeinden und ihren Geistlichen des Gemeindegebietes, besonders mit der Hauptkirche St. Michaelis und mit dem Ökumenischen Forum "Brücke" in der HafenCity, an dem unsere Gemeinde beteiligt ist.

Kaiser Karl auf dem Kirchplatz

Auf dem alten Fischmarkt stand ein mehrere Meter hoher Brunnen. In der Mitte ragte eine Nadel in den Himmel, auf der oben die Bronzefigur von Kaiser Karl dem Großen stand. Unmittelbar darunter waren um die Nadel herum vier Löwen mit Schildern in ihren Pranken angebracht. Den Brunnen schuf Engelbert Peiffer, der einige Denkmäler für Hamburg schuf, so z.B. auch die Figur des St. Ansgar und die von Adolf III. auf der Trostbrücke. Der gemauerte Brunnen selber stand von 1890 bis 1941 auf dem Fischmarkt, bis der Brunnen abgebaut wurde um einem Parkplatz zu weichen. 1918 wurde die Originalfigur des Kaisers eingeschmolzen, 1926 wurde jedoch eine neue Bronzefigur aus dem noch vorhandenen Modell gegossen. Die Figur des Kaisers stand nach dem Abbau zunächst auf dem Bauhof Grabenstraße. Im Jahre 1974 wurde sie dann an ihren heutigen Platz vor dem Kleinen Michel aufgestellt.